Goniurosaurus orientalis

(MAKI, 1930)

Goniurosaurus orientalis

Vorkommen

Goniurosaurus orientalis karte

Goniurosaurus orientalis lebt auf den Inseln Tonaki-shima (Terra typica), Aka-shima, Tokashiki-shima und Ie-shima des zu Japan gehörigen Riu-Kiu Archipels. Gefunden wurde er dort im subtropischen Wald in der Nähe kleiner Bäche (KAVERKIN 1999).

Beschreibung

Wie die übrigen Goniurosaurus-Arten der kuroiwae-Gruppe ist auch G. orientalis innerhalb der Gattung größenmäßig im unteren Bereich angesiedelt. Vom Körperbau sind sie ähnlich kompakt wie die Tiere der lichtenfelderi-Gruppe und G. bawanglingensis. KAVERKIN (2000) gibt als Gesamtlänge (GL) für diese Gruppe 120 bis 140 mm an. Unsere adulten G. orientalis messen zwischen 152 und 155 mm GL bei einer Kopf-Rumpf-Länge (KRL) von 80 mm, ihr Gewicht beträgt 11 bis 14 g. Auch bei dieser Geckoart sind Juvenil- und Adultfärbung und –zeichnung unterschiedlich.

Jungtiere zeigen auf dunkelbrauner Oberseite vier orangerote Bänder auf dem Rumpf, im Nacken einige ebenso gefärbte Flecken ohne Ausbildung eines durchgehenden Nuchalbandes. Die Gliedmaßen sind ebenfalls orangerot gefleckt, die Kopfoberseite ist noch zeichnungslos dunkel, bei einigen Exemplaren leicht heller gewölkt. Über den fast schwarzen Schwanz ziehen sich vier oder fünf weiße Bänder. Im Laufe des Wachstums bilden sich auf dem Rumpf in den Flächen zwischen den Bändern unregelmäßige Makeln in den Bänderfarben, bei einigen Exemplaren vereinigen sich die Flecken zu Längsstreifen. Den Kopf ziert bei subadulten und adulten Tieren individuell unterschiedlich eine Fleckzeichnung oder ein mehr mäanderförmiges Muster aus Braun und Rot. Zwischen den Bändern des Schwanzes zeigen sich zusätzliche graue bis schmutzigweiße unvollständige bis geschlossene Binden. Die rote Farbe kann bei den ausgewachsenen Tieren im Alter mehr oder weniger verblassen.

Verhalten

Dieser Gecko ist ein streng nachtaktives Tier und zeigt sich erst bei völliger Dunkelheit außerhalb des Tagesverstecks. Beutetiere werden langsam angeschlichen und meist mit einem kurzen Sprung erbeutet. Bei Beunruhigung stellen sich die Tiere mit gestreckten Beinen auf, und der Schwanz wird fast senkrecht in die Höhe gereckt, wobei er langsame Schlängelbewegungen vollführt. Hält die Störung an, flüchten die Geckos in rasantem Spurt durch das Terrarium. Sie wirken insgesamt schreckhafter als die Vertreter der beiden anderen Goniurosaurus-Gruppen. Meist halten sich die Tiere auf dem Boden auf, klettern aber auch hin und wieder auf dem obligatorischen Ast und waren auch schon im oberen Bereich eines Ficus benjamina zu sehen.

Terrarienhaltung

Goniurosaurus orientalis

Wir halten zwei adulte Weibchen zusammen in einem Terrarium der Größe 45x45x45 cm. Männchen werden einzeln gehalten. Nur zur Verpaarung werden die Tiere jeweils zu zweit zwei bis drei Wochen lang zusammengesetzt. Die Terrarieneinrichtung besteht aus zwei Fertighöhlen, Korkrinden, einer Trinkschale, einem Kletterast und einem Ficus benjamina. Als Bodengrund verwenden wir Kokoshumus. Beleuchtet wird mit einer T5-Röhre (21W für zwei Terrarien). Die Temperaturregelung erfolgt über die Raumheizung.

Nachzucht

Goniurosaurus orientalis

Vier bis fünf Wochen nach dem Zusammensetzen mit den Männchen legten die Weibchen ihr erstes Gelege ab. Im Abstand von jeweils etwa vier Wochen folgten weitere (ein bis drei) Gelege. Die Ablage erfolgte stets in einer der Höhlen, ein Hügel aus Bodengrund über den Eiern markierte die Ablagestelle. Noch einige Tage wurde dieser Ort vom Weibchen bewacht, auch nach Entfernen der Eier. Die Eier waren etwa 18 mm lang und 11 mm breit.

Goniurosaurus orientalis hatchlings

Bei Inkubationstemperaturen (jeweils konstant) zwischen 23,5 und 28,5 °C betrug die Inkubationsdauer 51 bis 70 Tage. Die Gesamtlänge der Schlüpflinge lag bei etwa 74 mm bei annähernd ausgeglichenem Verhältnis von KRL und SL. Die Aufzucht der Jungtiere erfolgt gelegeweise in Kunststoffboxen in einem Racksystem. Ein nach einem halben Jahr vermessenes Männchen hatte eine GL von 120 mm bei einer KRL von 65 mm.

Literatur

KAVERKIN, Y. (1999): Tokage Modoki. Those Wonderful Geckos of the Ryukyu Archipelago-Gekko, Hawkinsville GA, 1 (1): 42-46.

KAVERKIN, Y. (2000): Eublepharoide Geckos der Gattung Goniurosaurus BARBOUR, 1908-Haltung und Zucht im Terrarium.- Sauria, Berlin, 22 (4): 17-22.

SEUFER, H.,Y. KAVERKIN & A. KIRSCHNER (Hrsg.): Die Lidgeckos.- Karlsruhe (Kirschner & Seufer Verlag), 164-167.