Goniurosaurus hainanensis

BARBOUR, 1908

Goniurosaurus hainanensis

Vorkommen:

Goniurosaurus hainanensis Karte
Hainan, China: Terra typica Goniurosaurus hainanensis

Goniurosaurus hainanensis lebt im Südosten der chinesischen Insel Hainan. Terra typica ist das Wuzhi Shan- Bergmassiv. Besiedelt werden auf der Insel sowohl der Bergnebelwald als auch das Tiefland südlich und südwestlich der Typuslokalität. Für eine Untersuchung gesammelte Tiere fand man in einer Höhe von 81 bis 765 m ü.NN (BLAIR et al. 2009). Bevorzugt soll sich der Hainan Krallengecko an Berghängen in Gewässernähe aufhalten.

Beschreibung:

Goniurosaurus hainanensis ist ein mittelgroßer, relativ kräftig gebauter Vertreter der Gattung mit einer Gesamtlänge (GL) ausgewachsener Tiere von etwa 160 mm (das größte gefundene Exemplar maß 177 mm GL). Die Kopf-Rumpf-Länge (KRL) beträgt dabei etwas über 90 mm. Adulte Tiere variieren in der Grundfärbung zwischen hellgrau und einem düsteren Braun. Über den Körper verlaufen vier helle dunkel eingefasste Bänder, das erste ist als U-förmiges Nackenband (Nuchalband) ausgebildet. Die Bänderfärbung kann leuchtend zitronen- bis dottergelb, aber auch schmutzig-weiß sein. Zwischen den Bändern und auf der Kopfoberseite findet sich eine dunkle Fleckung. Auch die Größe der Flecken variiert zwischen den Individuen erheblich. Bei älteren Tieren können die Bänder von kleinen Flecken durchsetzt sein; einige Exemplare wirken fast zeichnungslos verdunkelt.

GRISMER unterscheidet zwischen einer Bergform und einer Tieflandform, erstere mit den leuchtend gelben, letztere mit den weißen Bändern. Im Gegensatz zu den Angaben bei SEUFER et al. (2005) sind bei unseren Tieren auch die Gliedmaßen gefleckt. Über den wie der Körper gefärbten und gezeichneten unregenerierten Schwanz ziehen sich vier bis sieben weiße Bänder, die im Alter nachdunkeln und dann ebenfalls Flecken aufweisen. Jungtiere sind nach dem Schlupf und der ersten Häutung von sehr dunkler brauner Grundfärbung, die Bänderung ist reinweiß oder auf dem Körper schon gelblich. Das Nuchalband zieht sich nach vorn nahezu bis zum hinteren Augenrand (im Gegensatz zu G. lichtenfelderi, bei dem es nur bis zur Ohröffnung reicht!). Im Laufe der Individualentwicklung wird die Körperbänderfärbung intensiver, die Zwischenräume hellen sich auf und die dunkle Einfassung der Querbänder sowie die Fleckung bilden sich heraus. Ein bei den meisten Jungtieren vorhandener orange-gelber Ring auf den Augenlidern wird zunehmend undeutlich.

Verhalten:

Goniurosaurus hainanensis ist ein Bodenbewohner, der gelegentlich auch klettert, sich im Terrarium aber nur selten an der Rückwand aufhält, wobei es aber individuelle Unterschiede gibt. Nach unserer Erfahrung ist diese Art innerhalb der Gattung am ruhigsten, wenig schreckhaft und damit leicht zu händeln, falls dies nötig ist. Zudem ist das Füttern von der Pinzette bei den meisten Exemplaren möglich, was ebenfalls in besonderen Situationen (Trächtigkeit, Zeit nach der Eiablage) die individuelle Kontrolle sehr erleichtert.

Terrarienhaltung:

Goniurosaurus hainanensis

Für ein adultes Paar bzw. eine Gruppe von einem Männchen und zwei Weibchen (1,2) verwenden wir Glasterrarien mit den Maßen 80x50x50 cm bzw. 60x45x45 cm. Die Einrichtung besteht aus Rückwand, Kletterast, 1 bis 2 Höhlen, Trinknapf und einer Pflanze. Der Bodengrund besteht aus Kokoshumus. Beleuchtet wird mit einer T5-Röhre, Strahler oder Heizung sind nicht vorhanden. Die Temperaturregulierung erfolgt mit der Raumheizung.

Nachzucht:

Goniurosaurus hainanensis

Im Laufe einer Legeperiode wurden pro Weibchen bis zu 5 Gelege produziert. Die Eier wurden im Unterschlupf oder in der Nähe des Wurzelballens einer Pflanze im Boden vergraben. Das Weibchen häufte über der Ablagestelle einen kleinen Hügel auf, so dass das Gelege meist gut zu finden war. Noch einige Tage lang wurde der Ablageort vom darüber sitzenden Weibchen bewacht, auch nach Entfernen des Geleges. Die Eier waren im Durchschnitt etwa 20x13 mm groß und wuchsen im Laufe der Entwicklung noch deutlich. Bei Inkubationstemperaturen zwischen 24 und 28 °C (jeweils konstant) betrugen die Inkubationszeiten zwischen 57 und 76 Tagen. Die Schlüpflinge maßen etwa 40 bis 45 mm KRL bei einer GL von 75 bis 85 mm.

Die Jungtiere werden zu zweit (gelegeweise) in Kunststoffboxen in einem Racksystem aufgezogen. Nach einem halben Jahr sind die Geschlechter eindeutig zu erkennen und die Männchen werden fortan einzeln gehalten. Wegen der noch unzureichenden Datenlage kann noch nichts zu einer eventuellen Temperatur abhängigen Geschlechtsausprägung (TAGA) gesagt werden, es deutet sich aber so etwas an.

Literatur:

BLAIR, CHRISTOPHER, NIKOLAI L. ORLOV, HAI-TAO SHI & ROBERT W. MURPHY (2009): A Taxonomic Re-Evaluation of Goniurosaurus hainanensis (Squamata: Eublepharidae) from Hainan Island, China.- Rus. J. Herpetol. 16 (1), 35-40.

JOHANN, HENRY (2006): Pflege und Nachzucht von Goniurosaurus hainanensis BARBOUR, 1908.- Elaphe, 14 (4): 27-31.

SEUFER, HERMANN, YURI KAVERKIN & ANDREAS KIRSCHNER (Hrsg.) (2005): Die Lidgeckos. Kirschner und Seufer Verlag, S. 143-145.